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Im Alter ohne Brille durch präzise Lasertechnik

BMBF-Verbundprojekt SYNERGIE entwickelt neuartiges Ultrakurzpuls-Lasersystem zur einmaligen Laserbehandlung der Alterssichtigkeit.




Laserchirurgisches Einbringen von Schnitten in die verhärtete Augenlinse zur Wiederherstellung ihrer Flexibilität (Quelle: Rowiak GmbH).

15.07.2010 Menlo Systems GmbH

In den letzten Jahren hat sich die Laserbehandlung bei Fehlsichtigkeit weitgehend etabliert und wird von einer Vielzahl von Anbietern abgedeckt. Langjährige Erfahrung hat gezeigt, dass durch sie eine Brille dauerhaft überflüssig wird, die Lebensqualität insbesondere von stark fehlsichtigen Menschen wird deutlich erhöht.

Bei normalsichtigen Menschen übernimmt die Linse im Auge die Aufgabe, Objekte in unterschiedlicher Entfernung scharf auf die Netzhaut abzubilden, indem sie ihre Dicke und damit ihre Beugungskraft variiert. Bei einer normalen Fehlsichtigkeit ist die Linsenfunktion uneingeschränkt gegeben, nur das Auge ist entweder zu kurz, oder zu lang, so dass die Linse es nicht schafft, ein scharfes Bild auf die Netzhaut abzubilden. Im Gegensatz dazu nimmt im Alter die Flexibilität der Linse ab, so dass nah am Betrachter liegende Objekte nicht mehr scharf auf der Netzhaut abgebildet werden können, eine Lesebrille wird notwendig, oft kombiniert mit einer normalen Brille, als eingeschliffene Leseecken, als Gleitsicht- oder Mehrzonenbrille. Neue wissenschaftliche Arbeiten haben gezeigt, dass diese Einschränkung durch eine geeignete Laserbehandlung behoben werden kann. Ein entsprechendes Lasersystem, mit dem die Behandlung am Menschen zuverlässig, sicher, aber auch kostengünstig durchgeführt werden könnte, existiert heute allerdings noch nicht.

Neue Hoffnung für die schmerzfreie Behandlung der Alterssichtigkeit (fachlich Presbyopie) bringt ein innovatives modengekoppeltes Ultrakurzpuls-Lasersystem, das im Rahmen des SYNERGIE-Projektes neu entwickelt wird, und in seinen Parametern einzigartig und genau auf diese eine Anwendung spezialisiert ist.
Bei der laserchirurgischen Behandlung der Presbyopie werden mit Hilfe von ultrakurzen Laserpulsen Mikroschnitte in die verhärtete Augenlinse eingebracht. Durch geeignete Wahl der Schnittgeometrien und Laserparameter kann so die Flexibilität der Linse wiederhergestellt werden. Das Lasersystem für diese Anwendung basiert auf diodengepumpten Ytterbium-dotierten Glasfasern, die es erlauben, eine kompakte, kostengünstige und wartungsarme Strahlquelle aufzubauen. Mit dem modularen Gesamtaufbau können durch die Verwendung neuartiger Konzepte für die Pulsverkürzung und -selektion gleichzeitig hohe Pulsenergien und extrem kurze Pulsdauern realisiert werden, die die Grundlage für das Schnittverfahren bilden. Die beteiligten Projektpartner haben sich dabei auf ihre jeweilige Teilaufgabe spezialisiert:

  • Das Laser Zentrum Hannover entwickelt ein optisches Leistungsverstärkersystem mit neuartigem Pulskompressionsverfahren zur Skalierung der Pulsenergien unter Erhalt der Pulsqualität.
  • Menlo Systems GmbH bringt sein Know-How aus dem Bereich der Laseroszillatorenentwicklung ein, und integriert die einzelnen Module in ein marktfähiges Gesamtsystem.
  • Mit der Rowiak GmbH als Anwender und Vermarkter des Gesamtsystems ist ein weiterer Industriepartner assoziiert eingebunden, der die benötigten Lasersystem-Parameter definiert und das Gesamtsystem abschließend testet und evaluiert.

Die ersten Schritte zur Realisierung sind bereits getan. So wurden die wesentlichen Parameter in Vorversuchen erreicht, mit Eintritt in die nächste Projektphase beginnt der Aufbau des Prototypen. Dieser wird zeigen, wie erfolgreich der von den Projektpartnern eingeschlagene Weg ist.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt die Forschungsarbeiten des Projekts Synergie mit 500.000 €. Das Projekt ist auf zwei Jahre ausgelegt und wird in einem Jahr abgeschlossen.

Ansprechpartner / Projektkoordinator
Dr. Ronald Holzwarth
Menlo Systems GmbH
Am Klopferspitz 19
82152 Martinsried

Weitere Informationen
Kurzübersicht Forschungverbund SYNERGIE (pdf)