08.01.2010 Ein fester Bestandteil der vernetzten Welt sind Bildschirme und Anzeigeelemente in Mobiltelefonen, Lesegeräten für elektronische Bücher und Messgeräten. Um diese mobilen Massendisplays kostengünstiger herstellen zu können, liefert die Organische Elektronik technische Lösungen, darunter auch flexible Ansteuerschaltungen. Diese druckbare Elektronik wollen TU Darmstadt, tesa scribos GmbH, Universität Stuttgart und BASF SE im Projekt „Komplementäre Schaltungstechnik für gedruckte Anzeigen und Displays“ erforschen. Kosadis, so der Kurztitel, ist ein Baustein des Clusters „Forum Organic Electronics“, einem der Gewinner des Spitzencluster-Wettbewerbs des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).
Das Gemeinschaftsprojekt soll zunächst grundlegende technologische Fragen klären. Die Arbeiten haben ein Gesamtvolumen von knapp 3,5 Millionen Euro, an denen sich das BMBF mit einer Förderung in Höhe von knapp 1,9 Millionen Euro beteiligt. BASF SE erforscht innerhalb des Verbundes optimierte organische Halbleiter für organische CMOS-analoge Schaltungen. CMOS oder „Complementary Metal Oxide Semiconductors“ sind eine komplementäre Schaltungstechnik mit geringem Energieverbrauch und hoher Schaltgeschwindigkeit.
Die Druckspezialisten der TU Darmstadt werden im nächsten Schritt bestehende Druckprozesse soweit optimieren, dass hauchdünne Transistorstrukturen reproduzierbar gedruckt werden können. Unterstützt wird die TU Darmstadt dabei durch die tesa scribos GmbH, deren Experten mittels Laser-Direktbelichtung Strukturen im Bereich weniger Mikrometer (µm) auf den gedruckten Schichten erzeugen.
Das notwendige Know-how aus den Bereichen Elektronik und Bildschirme steuert die Universität Stuttgart bei. Die Forscher am Lehrstuhl für Bildschirmtechnik sind spezialisiert auf die Entwicklung verschiedener Anzeigeelemente und Dünnschichtschaltungen zu deren Ansteuerung. Innerhalb von Kosadis wollen sie das Design der Bauelemente auf die besonderen Anforderungen der Organischen Elektronik anpassen und eine Anzeige entwerfen und aufbauen, die erstmals vollständig auf Organischer Elektronik basiert.
Die in Kosadis erforschte gedruckte Elektronik für flexible Anzeigen ist eine wichtige Schnittstelle zu vielen Bereichen der Organischen Elektronik. Diese basiert auf leitfähigen Polymeren oder auch kleineren Molekülen der Organischen Chemie und gilt als wichtige Zukunftstechnologie. Gegenüber Silizium-basierten Bauteilen können organische Transistorschaltungen einfach, massenweise und kostengünstiger gedruckt werden und öffnen so den Weg zu neuen Anwendungsgebieten wie flexible, rollbare und mobile Bildschirme, elektronische Preisetiketten oder intelligente Label, die Verbraucher jederzeit über den Zustand ihrer Ware informieren.
Der Spitzencluster „Forum Organic Electronics“ ist ein Kooperationsnetzwerk aus drei DAX-Unternehmen, acht internationalen Großunternehmen, sechs mittelständischen Unternehmen sowie elf Forschungseinrichtungen und Hochschulen, darunter zwei Eliteuniversitäten. Zielsetzungen dieses Spitzenclusters in der Metropolregion Rhein-Neckar sind die Schaffung des weltweit führenden Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsstandortes für Organische Elektronik, eines der attraktivsten Standorte für Spitzen- und Nachwuchskräfte sowie des weltweit führenden Innovationszentrums für Wissenstransfer und Unternehmensgründungen. Die 28 Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen arbeiten gemeinsam an den vom BMBF mit über 40 Millionen Euro geförderten Forschungsprojekten im Bereich der Zukunftstechnologie Organische Elektronik.
Pressemitteilung BASF SE
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Verbundpartner und Kurzübersicht über das Verbundprojekt Kosadis