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Quantenoptiker erhält höchstdotierten internationalen Forschungspreis Deutschlands

Ionenfallen-Pionier Dietrich Leibfried erhält Alexander von Humboldt-Professur.




Der Quantenphysiker Dr. Dietrich Leibfried ist einer der Preisträger der hochdotierten Alexander von Humboldt-Professur (Bild: Alexander von Humboldt-Stiftung).

24.02.2010 Der deutsche Quantenoptiker Dietrich Leibfried (44) ist einer von drei Preisträgern der Alexander von Humboldt-Professur 2010. Der mit jeweils bis zu fünf Millionen Euro dotierte internationale Forschungspreis wird von der Alexander von Humboldt-Stiftung vergeben und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert. Mit der Alexander von Humboldt-Professur zeichnet die Stiftung weltweit führende und im Ausland tätige Forscher aller Disziplinen aus. Sie sollen langfristig zukunftsweisende Forschung an deutschen Hochschulen durchführen. Das Preisgeld ist für die Finanzierung der ersten fünf Jahre in Deutschland bestimmt. Die ausgewählten Preisträger treten nun in Berufungsverhandlungen mit den deutschen Universitäten, die sie für den Preis nominierten. So soll Leibfried künftig an der Universität Ulm arbeiten.

Dr. Dietrich Leibfried ist einer der international führenden Experten für Quantenpyhsik. Er gilt als äußerst kreativer Experimentalforscher und Pionier auf dem Gebiet der Ionenfallen, die wichtig sind für die Entwicklung von Quantencomputern und hierfür geeignete Speichermedien. In Ulm soll Leibfried ein zunehmend wichtiges Themenfeld besetzen und einem neu gegründeten Institut für Quantum Technologies vorstehen. So soll um ihn sowie um den bereits in Ulm als Alexander von Humboldt-Professor arbeitenden Martin Plenio herum ein interdisziplinäres Center of Quantum Technologies eingerichtet werden, das Gruppen aus Physik, Informatik und Ingenieurwissenschaften umfassen und das Profil der Universität Ulm weiter international schärfen soll. Leibfried arbeitet derzeit am National Institute of Standards and Technology (NIST), Time and Frequency Division in Boulder, USA.

Die Bundesforschungsministerin, Professor Annette Schavan, zeigte sich über die auch in diesem Jahr ausgezeichneten, exzellenten Wissenschaftler hoch erfreut. "Dass die aktuellen Preisträger erneut aus so unterschiedlichen Fachrichtungen kommen, verdeutlicht die breite Wirkung unseres Forscherpreises. Wir verbinden damit die Erwartung, dass die Preisträger zu Magneten werden für begabte Nachwuchswissenschaftler aus Deutschland und der ganzen Welt. Dass sie Talente entdecken und Begeisterung wecken.“

Professor Helmut Schwarz, der Präsident der Humboldt-Stiftung, hob hervor, dass die erst Anfang 2008 eingeführte Professur bereits jetzt eine Erfolgsgeschichte sei. Die Nominierungen seien herausragend und machten die Auswahl schwer. „Die drei frisch gekürten Preisträger erwartet in Deutschland ein Gesamtpaket aus bester Ausstattung und einem strategischen Konzept, das mit den Angeboten - auch der besten Universitäten in den USA - mithalten kann. Allerdings sollte der Anteil der nominierten Wissenschaftlerinnen größer werden, denn unter den bislang 18 Ausgezeichneten gibt es bisher erst eine Preisträgerin.“

Der österreichische Philosoph Hannes Leitgeb (37) soll als weiterer Preisträger der Alexander von Humboldt-Professur künftig an der Universität München forschen. Derzeit ist er an der University of Bristol in Großbritannien beschäftigt.
Der an der University of California at Santa Barbara, USA, forschende amerikanische Chemiker Alec Wodtke (50) soll in Zukunft an der Universität Göttingen forschen.

In folgenden Auswahlsitzungen im Sommer und im Herbst dieses Jahres werden die weiteren der insgesamt bis zu zehn Preisträger des Jahres 2010 ausgewählt.

Weitere Informationen
- Internetseite der Stiftung zur Alexander von Humboldt-Professur
- Die Preisträger 2010
- Pressemitteilung des BMBF vom 24.02.2010